Apfelschnecken, Blickfänge im Aquarium 

Apfelschnecke ist nicht gleich Apfelschnecke, das sollte jeder im vorhinein wissen.

Gemeint ist damit, dass es verschiedene Arten von Apfelschnecken gibt, die sich u.a. in Größe, Form, Art des Ablaichens und auch im Fressverhalten voneinander unterscheiden.

Viele fragen sich, woher die Apfelschnecke ihren Namen hat. Die Antwort ist diese, dass einige Arten ein großes, grünliches Gehäuse besitzen und daher in Größe und Farbe an einen Apfel erinnern. Daher der Name:
Apfelschnecke
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Die beiden handelsüblichsten Formen, wie sie in fast jedem Fachgeschäft erhältlich sind, sind die „Pomacea bridgesii“ und die "Pomacea canaliculata“, wobei Erstgenanntere am besten für die Haltung in bepflanzten Aquarien geeignet ist, da sie aufgrund ihrer weichen Zähne nicht auf Wasserpflanzen losgehen kann. Für Laien ist die Unterscheidung dieser beiden Arten nicht ganz einfach, da sie sich vom Gehäuse her sehr ähnlich sehen.

Die Gattungen der Apfelschnecken  

Die Gruppe der Apfelschnecken ist in folgende Gattungen unterteilt:

Asolene, Felipponea, Marisa, Pomacea  à Süd-, Zentralamerika, Westindien, Süden d. USA  

Afropomus, Lanistes, Saulea  à Afrika  

Pila  à Afrika, Asien
 

Ebenso gibt es unter den verschiedenen Apfelschneckenarten auch Unterschiede, was das Ablaichen betrifft. Allgemein bekannt sind Apfelschnecken, die ihre Eigelege traubenförmig unterhalb der Aquarienabdeckung anbringen (außerhalb des Wassers).

Ebenso aber gibt es eine Apfelschneckenart, die „Marisa Cornuarietis“, die ihre Eier innerhalb des Wassers ablegt. Die Marisa Cornuarietis wird auch Paradiesschnecke genannt und ähnelt ihrem Aussehen nach einer Posthornschnecke.

Besonderheiten der Apfelschnecken

Apfelschnecken haben Besonderheiten, eine davon ist, dass sie über ein doppeltes Atmungssystem verfügen. Das heißt: Die Atmung erfolgt sowohl mittels Kiemen als auch mittels Lunge. Beachtenswert ist auch, dass sie den so genannten Syphon (Atmungsrohr, welches bis zu 8 cm (!) ausgefahren werden kann), aus dem Wasser strecken können, um ihren Luftvorrat in der Lunge aufzufüllen.  

Des weiteren besitzen Apfelschnecken ein Operculum – einen Gehäusedeckel, mit dem sie ihr Gehäuse vollständig verschließen können.
 

Haltung von Apfelschnecken

Generell rechnet man in einem Aquarium pro mittelgroße Schnecke zirka 10 Liter Wasser, wobei bei diesem Thema die Meinungen sicherlich auseinandergehen. Aber 10 Liter ist ein guter Schnitt, man sollte nicht vergessen, dass Apfelschnecken bei ihrer Größe auch dementsprechende Ausscheidungen haben.  

Im Durchschnitt werden Apfelschnecken – je nach Art – etwa fünf Zentimeter groß, auch gibt es Arten, welche die Größe eines Tennisballes erreichen können (sind also sichtlich größer als die heimischen Weinbergschnecken!).  

Apfelschnecken sind tropische Tiere (Asolene und Felipponea sind subtropisch) und fühlen sich bei einer Temperatur von zwischen 18 bis 28 Grad wohl.

Im freien Lebensraum halten die Tiere bei einer  Hitzeperiode sogar einen „Sommerschlaf“, bei dem sie sich in den Boden „eingraben“. Folgt hingegen die Regenperiode, beginnt für Schnecken die „Fortpflanzungszeit“.

Die Aktivität der Tiere hängt also von der Temperatur ab, das heißt: bei einer Temperatur von 18 Grad sind die Tiere beinahe inaktiv und sehr träge, während sie im Gegensatz aber bei einer Wärme von etwa 24 Grad am schönsten zu beobachten sind, ebenso ist auch die Reproduktionsrate höher.

Allerdings ist es so, dass sich die Lebenserwartung bei einer Haltung bei ständig gleichbleibend hoher Temperatur von etwa 4 Jahren (bei niedriger Temperatur) auf zirka 1 Jahr und weniger verringert.

Das für Apfelschnecken geeignete Wasser ist weder allzu sauer noch zu weich. Generell ist es so, dass sich Apfelschnecken am besten an jenes Wasser gewöhnen, in welches sie „hinein geboren“ werden.
 

Fressgewohnheiten der Apfelschnecken

Wasserpflanzen werden grundsätzlich von Apfelschnecken nicht angefressen, vorausgesetzt, dass ihnen reichlich Futter geboten wird. Sie fressen abgestorbene Pflanzenreste, Fischfutterreste und auch Gemüse, wie überbrühten Salat, Karotten, Gurken und natürlich auch Grünalgen.

Zur Erinnerung: die handelsübliche AS „Pomacea bridgesi“ kann aufgrund ihrer weichen Zähne generell keine Wasserpflanzen fressen.  

Apfelschneckenbabys

Bei der Haltung von Apfelschnecken besteht kaum die Gefahr einer Schneckenplage, wie sie von den Blasen- und auch Turmdeckelschnecken bekannt ist.

Ganz wichtig zu wissen gilt, dass Apfelschnecken getrenntgeschlechtlich (keine Zwitter) sind. Das heißt: man braucht Männchen und Weibchen, um diese Schnecken züchten zu können. Da man bei den Apfelschnecken die Geschlechter nur schwer bestimmen kann, empfiehlt sich – sofern man züchten will – mindestens mehr als zwei Schnecken im Becken zu haben – um sicherzugehen, Männchen als auch Weibchen zu besitzen.

Zum Ablegen des Schneckenlaichs begibt sich das Schneckenweibchen (außer jenes der Art „Marisa Cornuarietis) außerhalb des Wassers, um – meist von der Aquariumabdeckung herunter – die Eier traubenförmig abzulaichen. Diese Platzierung macht sehr wohl Sinn, zumal die geschlüpften Babyschnecken nach dem Schlüpfen direkt ins sichere Wasser fallen können.

Apfelschneckenzüchter sollten daher niemals die Schnecken in Aquarien ohne Abdeckung halten!!

Zum Schlupf der vollentwickelten Babyschnecken vergehen zwischen 10 bis 60 Tage. Je höher die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, umso schneller erfolgt der Schlupf.

Die Jungschnecken müssen nicht speziell gefüttert werden, denn sie fressen von Anfang an die selben Nahrungskomponenten wir die erwachsenen Tiere.  

Sollte man einmal doch zu viele Apfelschnecken im Becken haben, so finden sich bestimmt immer gerne Abnehmer dafür. Da die Jungschnecken relativ schnell heranwachsen, tut man sich nicht allzu schwer damit, sie aus dem Becken klauben zu können.

Sollte es dennoch mal vorkommen, dass man zu viele Jungschnecken hat, für die man auch keine Abnehmer findet, so hilft in diesem Fall auch zum Beispiel der Einsatz eines Kugelfisches, dessen Leibspeise Schnecken sind, zumal er diese fressen „muss“, um seine ständig nachwachsenden Zähne kurz zu halten.

Inzwischen gibt es bereits Apfelschnecken in allen erdenklichen Farben. Von den gewöhnlichen gelben Apfelschnecken, wie man sie in jedem Fachgeschäft erhält, geht indes der Trend in Richtung blaue Apfelschnecke, die leider vorwiegend nur bei privaten Züchtern erhältlich ist. Umso seltener sind zur Zeit auch Farbschläge in rosa, weiß, chocolat und lila erhältlich, oder auch Mischungen zwischen den Farben, die sich zum Bespiel u.a. mit blauem Gehäuse und gelben Fuß (Ergebnis einer gelben und blauen Apfelschneckenpaarung), zeigen.

Auch Apfelschnecken leben nicht ewig

Besonders in Aquarien, in welchen mehrere Apfelschnecken gehalten werden, kann es oft passieren, dass man das Ableben einer einzelnen Schnecke nicht sofort entdeckt.

Wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob die Schnecke sich nur verkrochen hat oder tatsächlich nicht mehr lebt, sollte man genauer nachsehen. Bei Berührung des Deckels (Operculum) sollte die Schnecke ihr Gehäuse sofort verschließen bzw. der Deckel lässt sich auch nicht vom Gehäuse wegziehen (die Schnecke würde mit aller Kraft den Deckel schließen wollen). Ist dies allerdings nicht der Fall und das Tier „richt“ obendrein, dann lebt sie nicht mehr.

Verendete Apfelschnecken sind sofort zu entfernen, da sich deren „Verwesung“ recht schnell negativ auf die Wasserwerte auswirken kann (Nitritpeak).

Es ist daher ratsam, seine Apfelschneckenpopulation immer zu kontrollieren und eventuell auch ständig nachzuzählen.